Sportschuhe aus dem 3D Drucker

Sportschuhe aus dem 3D Drucker
28.04.2016 Dr. Nikola Bachfischer

Adidas, Nike, Under Armour, New Balance. Alle großen Sportartikelhersteller setzen mittlerweile bei Laufschuhen auf 3D Drucker. Und wollen mit individualisierten Sneakern näher am Kunden sein. Ist es für Läufer doch trotz oder gerade wegen des großen Angebots oft schwierig, den passenden Schuh zu finden. Marke, Dämpfung, Design, Schuhgröße, Preis – vieles muss passen. Da kann ein individuell nach Bedarf gefertigter Schuh die Lösung sein. Gleichzeitig ist Individualisierung einer der großen Megatrends. Der Wandel der sich hier gerade vollzieht greift tief in die Wertschöpfungsketten der Industrie.

New Balance 3D LaufschuhPremiumprodukt: Mit 400 USD kein Schnäppchen
Quelle: New Balance, 2016

Ein Schuh passend zum Fuß des Kunden – diese Vorstellung elektrisiert gerade die Sportartikelbranche. Für Nike soll bspw. die amerikanischen Sprinterin Allyson Felix bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit dem 3D-gedruckten Nike Zoom Superfly Flyknit an den Start gehen. Sanitätshäuser und Orthopädietechniker bieten diesen Service zwar schon immer an, für die Massenfertigung aber bedeutet das ganz neue Herausforderungen. Das 3D Rennen der führenden Hersteller begann vergangenes Jahr. Heuer sieht man die ersten Prototypen. Das Interesse der Hersteller ist deswegen so groß, da sich mit einer Produktion vor Ort einiges an Kosten einsparen liesse und auch der Produktentwicklungsprozess verkürzt würde. Derzeit wird ein Laufschuh meist in Asien gefertigt und verbringt viel Zeit auf Containerschiffen. Gleichzeitig ist der Sportschuhmarkt sehr lukrativ: Für das Jahr 2016 prognostiziert Statista ein weltweites Marktvolumen von rund 81,9 Milliarden USD in diesem Bereich, das bis 2020 auf knapp 90 Milliarden steigen soll.

Adidas
Futurecraft ist unser Sandkasten“ – im Oktober 2015 stellte Adidas sein 3D Konzept als Teil der Futurecraft-Reihe vor, die den Fokus auf Open-Source Partnerschaften legt und alle Ebenen der Produktherstellung beeinflusst. Zwar sieht auch Adidas zukünftig nicht in jedem Sportgeschäft eine eigene Fabrik, doch soll der Ansatz neue Möglichkeiten im Bereich Materialdesign und Fertigung ausloten. Während der Kunde auf dem Laufband steht, soll im Computer der Entwurf einer 3D-Sohle entstehen, die sich perfekt dem Fuß und seinen Bedürfnissen bzgl. Form und Dämpfung anpasst. Anhand dieses Entwurfes kann dann eine individuelle Mittelsohle im 3D-Drucker produziert werden. Noch sind es Prototypen, wann die 3D Schuhe im Handel zu erwerben sein werden, darüber gab Adidas keine Auskunft.

Under Armour und New Balance
Beide Unternehmen verkauften bereits limitierte Stückzahlen ihrer 3D Prototypen: Einen Mehrzwecktrainingsschuh von Under Armour, den UA Architech mit einer 3D gedruckten Zwischensohle, gab es zum Stückpreis von 300 USD und in einer Auflage von 96 Paar. 3D Laufschuhe von New Balance, dem Unternehmen aus Boston, zum Preis von 400 USD und in einer Auflage von 44 Stück, exklusiv zum Boston Marathon und 44. Geburtstag des Unternehmens.

 

“In 2013 we said this was the future of footwear manufacturing and today we are proud to bring the future to consumers with a fully 3D printed midsole,” so New Balance President and CEO Robert DeMartini. “With 3D printing we are able to pursue performance customization at a whole new level. The New Balance Innovation Team is showcasing the latest in performance running and these advancements signify an important step forward to becoming one of the world’s top athletic brands.“

Fazit: Zwar steckt der 3D Druck in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen und die vorgestellten Laufschuhe sind noch nicht viel mehr als Prototypen. Keiner der Hersteller gibt genauere Auskünfte zu Startterminen oder Zieldaten. Auch wird es sicher noch längere Zeit dauern, bis 3D Laufschuhe den Massenmarkt erreichen. Doch hat der 3D Druck gerade im Sportbereich enormes Potenzial. Und bis der Massenmarkt erreicht wird, lässt sich für maßgefertigte Schuhe noch längere Zeit ein Premiumpreis erzielen.

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