Best Practice BtB: Die Landwirtschaft und das Internet of Things

Best Practice BtB: Die Landwirtschaft und das Internet of Things
26.03.2015 Rainer Wiedmann

Während sich das Internet of Things im BtC Bereich gerade beginnt zu etablieren, ist es im BtB aus vielen Segmenten längst nicht mehr wegzudenken. Auch auf den ersten Blick vollkommen traditionelle Sektoren wie die Landwirtschaft profitieren immens von der Ausstattung der Fahrzeuge und Geräte mit Sensoren.

In Landmaschinen steckt oft mehr IoT als in Autos
Moderne Landwirtschaft ist ohne Informationstechnik schlicht nicht mehr vorstellbar. So zeigten bspw. die drei Landtechnikhersteller CLAAS, GEA Farm Technologies, Amazone und das junge Softwareunternehmen 365FarmNet aus Berlin auf der CeBIT 2015 gemeinsam, wie die landwirtschaftliche Arbeit mit einer durchgängigen Digitalisierung produktiver und umweltschonender werden kann. Nun ist es erstmals möglich, einen gesamten Betrieb vom Milchvieh bis zum Ackerbau in einer Software zu managen. Weitere Betriebszweige werden folgen. Blickfang auf der CeBIT war ein hochmoderner Großtraktor: Ein Telemetriesystem zeichnet die tatsächlich erledigte Arbeit auf. Maschineneinstellungen werden dabei gleichzeitig optimiert. Wetterdaten helfen dem Landwirt, seine Arbeitsplanung der Witterung anzupassen. Ein Pflanzensensor meldet den Stickstoffbedarf der Pflanzen exakt und passt die Düngermenge exakt an.

Einiges Interesse auf der CeBIT weckte auch der Stand von SAP – und zwar mit ‚Digital Farming‘. In einem Prototypen zeigen digitale Sensoren auch hier, wie weit die Pflanzen gediehen sind, welche Menge an Dünger erforderlich ist und wann geerntet werden kann. Alle Informationen stehen dem Landwirt in Echtzeit zur Verfügung und werden ansprechend visualisiert.

Quelle SAP: Digital Farming

Ein anderes Beispiel: John Deere, einer der wichtigsten Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen weltweit, hat IoT Systeme geschaffen, die es den Nutzern ermöglichen, ihre landwirtschaftlichen Erträge zu steigern und ihren Arbeitseinsatz zu optimieren (Program Farmsight). Zentrale Steuerelemente der IoT Anwendungen sind der personalisierte Onlinebereich myjohndeer.com und korresponiderende mobile Applikationen. Auch die Vorteile der Virtual Reality Welt erkannte John Deere: Als Hauptprojektpartner der Hochschule Mannheim nutzt das Unternehmen das kürzlich offiziell in Betrieb genommene Kompetenzzentrum Virtual Engineering (KVE) für die Produktentwicklung und die Integration von Komponenten in bestehende Designs.

Quelle John Deere: The Future of Farming

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial in der Landwirtschaft durch IoT
In der Landwirtschaft wird ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von 3 Mrd. Euro erwartet. Die Effekte werden vor allem durch den Einsatz mobiler Geräte für eine einfache, flexible und echtzeitnahe Produktionsplanung und -steuerung sowie die ad hoc-Vernetzung von Landmaschinen gesehen. Beispiele für zusätzlich erreichbares Wertschöpfungspotenzials im Bereich der Landwirtschaft können präventive Fehlervermeidung ohne Stillstand während der Erntezeit oder automatisches Regeln der Erntegeschwindigkeit z.B. angepasst an Ertrag oder Treffpunkt zum Überladen des Ernteguts sein. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Industrie 4.0 – Volkswirtschaftliches Potenzial für Deutschland“, die as Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM erstellt hat.

 Bitkom Industrie 4.0 Quelle: BITKOM, „Industrie 4.0 – Volkswirtschaftliches Potenzial für Deutschland“

Fazit: In einer Branche mit strengen Dokumentationspflichten ist ‚Farming 4.0‘ oder ‚Digital Farming‘ längst Realität. Ab sofort kommunizieren auch Traktoren, Pflanzensensoren oder Mähdrescher untereinander – per definitionem dem Bereich Machine-to-Machine (M2M) Vernetzung zuzuordnen. Gleichzeitig sind die Learnings aus der Landwirtschaft aber auch für eher Consumer nahe Hersteller und Händler interessant: Denn erstens lassen sich diese wie auch in der Landwirtschaft durch innovative Unternehmenssoftware und vernetzte Technologien noch effizienter und ertragreicher gestalten. Und zweitens wird deutlich, dass auch für Hersteller und Händler das Geschäft mit Services und Dienstleistungen zukünftig mehr wert sein wird als die Hardware über die sie gesteuert werden. In der Landwirtschaft nämlich immer dann, wenn Landmaschinenhersteller jedes Mal zusätzliche Einnahmen generieren, wenn ihr mit dem Internet verbundener Traktor Daten vom Acker aufnimmt und analysiert.

 

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