Branding Potenzial der neuesten Mobile Messaging Plattformen

Branding Potenzial der neuesten Mobile Messaging Plattformen
23.05.2014 Dr. Nikola Bachfischer

Erstmals wurden 2013 über eine Milliarde Smartphones weltweit verkauft. Bis 2017 sollen nicht weniger als 2,5 Mrd. Menschen über mobile Messaging Apps miteinander verbunden sein. Diese heißen Vine, Snapchat oder Whisper. Kik, Tinder oder Tango. Und erreichen oft in kürzester Zeit enorme Reichweitenzuwächse.

Ein Potenzial, das kein Marketer guten Gewissens außer acht lassen kann. Doch was heißt das für Brands, die gerade erst das Thema Social Media in den Griff bekommen haben? Eignen sich die neuen Messaging Plattformen, in deren Zentrum Kommunikation steht, überhaupt für Werbung? Andererseits: Wenn Unternehmen dort sein wollen, wo ihre Kunden sind, wo sie ihre Zeit und Aufmerksamkeit investieren, bedeutet das für Unternehmen, zukünftig auch auf mobilen Messaging Plattformen präsent sein zu müssen?

Mobil verändert die Marketing Landschaft radikal

Tatsächlich bereiten aber die explodierenden Möglichkeiten app-basierter Markenkommunikation Marketern zunehmend Kopfschmerzen. Wie kann bspw. die zunehmende Popularität von Vine für die eigene Brand genutzt werden? Inwiefern bereichert ein eigener Instagram-Account die Brand? Snapchat-Nutzer laden täglich mittlerweile über 400 Mio. Schnappschüsse hoch, die sich anschliessend selbst zerstören. Soll Snapchat also überhaupt ernsthaft in Marketing-Erwägungen miteinbezogen werden? Wie können Fans auf Whisper oder Secret gewonnen werden, Plattformen, auf denen ‚anonym‘ Geheimnisse geteilt werden? Sollen Brands Fragen stellen auf Jelly , einer Art Frage-Antwort-App, bei der User auf ihr eigenes soziales Netzwerk als Ressource zurückgreifen sollen? Sich auf der boomenden Onlinedating App Tinder präsentieren?

Aktuell explodiert die Marketing Landschaft geradezu durch immer neue Anbieter – doch es scheint, als ob diese nur geeignet sind für die wagemutigsten und innovativsten Brands. Denn wie kann eine Brand über all die Kanäle, Apps und native Advertising einen einheitlichen Markenkern vermitteln? Ein interessanter Adweek-Artikel beschreibt ausführlich die unterschiedlichen Plattformen und deren Potenzial bzgl. Consumer Engagement in einer zunehmend ‚mobile-first-messaging-world‘.

Branding-Potential-new-Platforms

Mobil Messaging Plattformen boomen

 

Welche Messaging Plattform ist die richtige?

Fakt ist: Unternehmen, die auch zukünftig erfolgreich am Markt sein wollen, können das zunehmend wichtiger werdende Potenzial und die Reichweite der Messaging Plattformen nicht mehr ignorieren. Aber die eine ‘richtige’ Plattform gibt es natürlich nicht. Gerade brandinggesteuerte Kampagnen müssen ganzheitlich und im Schulterschluss zwischen Marketing, Vertrieb und Kundenservice geplant und umgesetzt werden. Denn ohne eine zielgerichtete Strategie bleibt der Erfolg zwangsläufig hinter den Möglichkeiten zurück. Aspekte wie perfektes Timing, Nutzerrelevanz oder Emotionalität bekommen eine völlig neue Bedeutung. Richtig eingesetzt, kann eine Marke aber durchaus von höherem User Engagement profitieren.

Case: Paul McCartney auf Twitter und Line

Inwieweit Messaging Apps durchaus Potenzial haben, zeigt das Beispiel Paul McCartneys: Die Reichweite seines erst im September 2013 gestarteten Line-Accounts liegt bei mittlerweile 8,26 Mio. Followern. Auf Facebook hat er 4,9 Mio. Fans und auf seinem Twitter Account folgen ihm 1,81 Millionen. Ausschlaggebend für die immense Reichweitensteigerung auf dem japanischen Messaging Dienst sind spezielle Sticker , die McCartney exklusiv auf Line anbietet und die in Asien gerade wie verrückt boomen.

Paul-McCartney-Twitter-Line

Erst im September 2013 gestartet und schon eine Reichweite von 8,26 Mio. Fans.
Paul McCartneys Line-Account

 

Fazit : Noch wird der Markt nicht von einem Anbieter ähnlich Facebook dominiert, er ist stark fragmentiert. Noch ist nicht entschieden, welchem Anbieter es gelingt, die derzeitigen geografischen Silos zu überwinden. Klar aber ist: Mobile Messaging verändert nicht nur das Kommunikations- und Medienverhalten der Konsumenten sondern auch Marketing und Vertrieb in einem bisher unerreichten Ausmaß. Und die Bedeutung der Messaging Apps steigt – gerade auch für brandinggesteuerte Kampagnen. Keine Brand kann es sich mehr leisten, die damit verbundenen Reichweiten und den Branding Impact zu ignorieren. Wenig hilfreich ist es allerdings, in kurzfristigen Aktionismus auszubrechen nach dem Motto ‚Dabei sein ist alles‘. Vielmehr geht es darum, den Markt aufmerksam zu beobachten und sich auf zukunftsfähige, individuell abgestimmte Strategien zu verständigen.

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