Das Automobil der Zukunft – vernetzt, autonom und geteilt

Das Automobil der Zukunft – vernetzt, autonom und geteilt
27.07.2017 Kathrin Kempf
Reifen

Der Wettbewerb rund um das Connected Car ist groß. Verschiedene technologische Modelle und unzählige Angebote konkurrieren miteinander. BMW, VW und andere OEMs, aber auch Google, Apple, die Telekom, TomTom, Garmin und verschiedenste Start-ups bringen Lösungen auf den Markt. Das Connected Car ist jedoch nur eine Zwischenstufe hin zu autonomen Fahrzeugen und einem steigenden Anteil an „Shared Mobility“ Angeboten, die den Nutzer zunehmend von den zentralen Funktionen des Fahrzeugs entkoppeln. Benutzen wir heute unser Automobil, dann planen wir die Route und fahren. Wenn es nötig ist, warten und reparieren wir das Fahrzeug. Zukünftig werden viele Teile dieses Prozesses nicht mehr vom Konsumenten gesteuert. iq! hat analysiert, wie sich die Nutzungssituationen im Fahrzeug in Zukunft verändern und was das für die Serviceangebote im Connected Car bedeutet.

Die Servicewelt im Connected Car

Die Digitalisierung des Fahrzeugs ist in vollem Gange. Herzstück jedes „Connected Cars“ ist ein Serviceportfolio. Die OEMs haben vollen Datenzugang im Auto und können deshalb ein relativ breites Servicespektrum abbilden. Anbieter ohne oder mit eingeschränkter Datenverfügbarkeit konzentrieren sich auf einige wenige Serviceangebote. So bieten beispielsweise Android Auto und Apple CarPlay vor allem Dienste im Bereich Infotainment und Traffic an. In dem Blogartikel „Die Rolle von Google und Apple im Connected Car“ haben wir die Angebote der Techkonzerne näher analysiert.

Connected car services

Übersicht Services im Connected Car
Quelle: iq! Consulting

 Autonome Fahrzeuge, Shared Mobility, Elektroautos

future automotive

Die Zukunft der Automobilindustrie ist geprägt von technologischen Innovationen
Quelle: iq! Consulting

Neben der Digitalisierung des Fahrzeugs werden einige weitere Innovationen die Automobilindustrie in den nächsten Jahren tiefgreifend verändern. Insbesondere sind dies die Bereiche Autonomes Fahren und „Shared Mobility“. Diese technologischen Neuerungen werden auch die Bedeutung der einzelnen Services im Connected Car massiv beeinflussen.

Electric Vehicles

Da es sich lediglich um eine andere Antriebsform handelt, ändern sich die Anforderungen an die Services im Fahrzeug nur wenig. Neu hinzukommen werden das Monitoring des Batteriefüllstands und die Suche nach passenden Ladestationen.

Artificial Intelligence (AI)

Künstliche Intelligenz betrifft nicht die Art, sondern die Qualität der angebotenen Dienste. Über die Einführung von AI Algorhythmen können Verhaltensmuster von Nutzern besser analysiert, interpretiert und in individualisierte Services überführt werden.

Augmented Reality (AR)

AR-unterstützte Fensterscheiben und Spiegel verbessern insbesondere die Möglichkeiten, Location-based Informationen einzuspielen. Dies hat Auswirkungen auf die Vermarktbarkeit (z.B. durch Werbung für standortbezogene Angebote) und die Güte von Navigationssystemen (z.B. Zusatzinformationen zu Sehenswürdigkeiten)

Autonomous Vehicles

Richtig interessant wird es, wenn zunehmend voll autonom fahrende Fahrzeuge unsere Straßen bevölkern, die keine Einwirkung seitens des Fahrers mehr benötigen. Dieser Zustand verändert die Nutzungssituation der Services vollkommen. Aus dem Fahrer wird ein Passagier. Alle „herkömmlichen“ Endgeräte wie Laptop oder Smartphone können wieder im Auto benutzt werden. Der Verkehr, der Zustand des Fahrzeugs, die Route – alles tritt für den Nutzer in den Hintergrund. Alles muss funktionieren – aber unabhängig von menschlicher Einwirkung und Aufmerksamkeit.

Autonome Fahrzeuge

Autonome Fahrzeuge werden zum „Game Changer“ in der Servicewelt des Connected Car
Quelle: iq! Consulting

Dienste im Bereich „Security & Traffic“ werden nicht mehr vom Nutzer in Anspruch genommen und geschehen außerhalb seines Einflussbereichs. Das vernetzte Fahrzeug muss keine eMails und personalisierten Nachrichten mehr vorlesen. Der Nutzer diktiert keine Nachrichten mehr. Das „Infotainment“ kann über andere Endgeräte abgewickelt werden. Sprachsteuerung ist nicht mehr zwingend nötig. Dagegen gewinnt die vorausschauende Wartung des Fahrzeugs an Bedeutung, da der Nutzer etwaige Störungen nicht mehr direkt wahrnimmt. Auch Location-based Services bleiben wichtig, können allerdings auch über das Smartphone in Anspruch genommen werden.

Google (mit Waymo) und Apple könnten in diesem Marktsegment eine bedeutende Rolle als Softwareprovider einnehmen und so die Dienstewelt, die im autonomen Fahrzeug noch relevant ist, massiv mitgestalten.

Shared Mobility

Bei gemeinsam genutzten Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs oder von privaten Anbietern verstärkt sich die Entkopplung des Nutzers. Es gibt keine direkte Verbindung mehr zwischen Fahrzeug und Passagier. Fahrzeugrelevante Informationen sind nur noch für den Fahrzeughalter wichtig. Sprachsteuerung ist in einem gemeinsam genutzten Fahrzeugraum nicht mehr möglich.

Fazit

Viele Wettbewerber versuchen momentan, im Rennen um die Dienstenutzung im vernetzen Fahrzeug ganz vorne mit dabei zu sein. Über welches technische Gerät diese Nutzung vornehmlich geschehen wird (proprietäres System im Fahrzeug, externe Hardware, App auf dem Mobiltelefon) ist noch nicht entschieden.

Die zunehmende Verbreitung von autonomen Fahrzeugen wird zum „Game Changer“ bei den Serviceangeboten des Connected Car. Da der Nutzer nicht mehr mit dem Fahren beschäftigt sein wird und seine Aufmerksamkeit auf beliebige Endgeräte richten kann, ändern sich die Use Cases und damit die Bedeutung der einzelnen Serviceangebote für den Nutzer. Für Anbieter von Connected Car Angeboten ist es ratsam, technologischenEntwicklungen, die zukünftig zu erwarten sind, in die strategische Langfristplanung des Serviceangebotes mit einzubeziehen.

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