Der digitale Wandel bei General Electric: Big Iron + Big Data

Der digitale Wandel bei General Electric: Big Iron + Big Data
06.07.2015 Dr. Nikola Bachfischer

General Electric (GE), einer der größen Mischkonzerne weltweit, zeigt, wie umfassend sich Geschäftsmodelle durch die digitale Transformation ändern. Das einst von Thomas Edison gegründete Unternehmen ist inzwischen in äußerst vielfältigen Branchen führend – von Verbrauchergeräten über das Gesundheitswesen bis hin zur Energieerzeugung. Seit 2011 hat GE Milliarden Dollar in das industrielle Internet investiert und vorher getrennte Bereiche und Geräte miteiander vernetzt.

Ziel: Leadership im Industrial Internet
Jahrzehntelang machte GE den Großteil seines Umsatzes mit dem Verkauf von Industrieanlagen – und ausrüstungen sowie deren Reparatur. Dann traten zunehmend neue Konkurrenten in den Markt und GE war gezwungen, sein Geschäftsmodell zu überdenken. Die Maschinen wurden mit Sensoren ausgestattet und an eine einheitliche Software Plattform angeschlossen. Mittlerweile hat GE ein eigenes Industrial Internet Ökosystem rund um diese Plattform geschaffen. Dadurch entstehen ganz neue Möglichkeiten der Optimierung für Unternehmen sowie neue Geschäftsmodelle. Ebenso wie natürlich neue Herausforderungen, z.B. durch Netzkriminalität.

Wie GE seine Produkte sozial vernetzt
Windturbinen von GE bspw. machen sich die Möglichkeiten des Industriellen Internets zunutze, analysieren jede Sekunde zehntausende Datenpunkte und ermöglichen so, die Leistung von Windparks zu steigern, die Wartungsproduktivität zu erhöhen und neue Umsatzpotentiale für Kunden zu erschließen. Über Remote Monitoring können von der europäischen GE Renewables Zentrale in Salzbergen aus über 2.700 GE Windenergieanlagen auf der ganzen Welt überwacht und gewartet werden.

Ein Produkt, das mit Kunden kommuniziert, ist das neue GEnx-Düsentriebwerk, das gegenwärtig im neuen Boeing 787 Dreamliner zum Einsatz kommt. Es verfügt über die nötige Funktionalität zur Ausgabe von Newsfeeds, auf die Wartungstechniker über ihre Mobilgeräte zugreifen können. So entsteht eine eigene Community aus Technikern rund um die Maschine mit dem Ziel, Wartungskosten zu senken und die Gebrauchsdauer der Triebwerke zu verlängern. Gleichzeitig entstehen Umsätze jetzt nicht mehr durch den Verkauf sondern durch verbesserte Leistungen und höhere Effizienz beim Kunden. Bezahlt wird die tatsächlich abgerufene Triebwerksleistung.

GE
Eigendiagnosefähiges Düsentriebwerk von GE
Quelle: GE, CEO Letter zum Geschäftsbericht 2014

Fazit: Neue digitale Geschäftsmodelle entstehen durch eine Verschmelzung der digitalen und physischen Welt. Dabei erfordert die Digitalisierung radikales Umdenken. Eine Anpassung daran wird mittlerweile für die Wettbewerbsfähigkeit in fast allen Branchen zum entscheidenden Faktor. Doch neben neuen Chancen entstehen immer auch neue Abhängigkeiten und Risiken. Jeffrey Immelt formulierte auf dem User Summit Day 2014 ganz treffend: „If you went to bed last night as an industrial company, you’re going to wake up this morning as a software and analytics company.“

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