Die Zukunft der Wearables liegt im Gesundheitsmarkt

Die Zukunft der Wearables liegt im Gesundheitsmarkt
12.03.2015 Dr. Nikola Bachfischer

Apple’s neues Research Kit for Health und die diese Woche zu Ende gegangene Wearable Technology Show 2015 in London, eine der größten Veranstaltungen für Wearables, Augmented Reality und IoT, weisen die Richtung: Die Zukunft der Wearables liegt weniger im reinen Fitness- und Sportbereich. Das ist zwar der Türöffner zum Massenmarkt. Vielversprechender aber ist der Health- und Wellnessbereich.

Apple’s Research Kit: Eine immense Datenbasis für medizinische Forschung
Diese Woche stellte Apple nicht nur die Apple Watch sondern auch ein neues Tool names Research Kit for Health vor. Eine Open-Source Programmierumgebung, mit der Forscher weltweit medizinische Forschung betreiben können. iPhone und Apple Watch Nutzer können sich künftig dazu bereit erklären, an klinischen Studien teilzunehmen, indem sie bestimmte Apps installieren und dort ihre Einwilligung geben. Apple hat keine Einsicht in die Daten.

Eine potentiell immense Datenbasis: Allein 2014 wurden rund 170 Mio. iPhones verkauft. Ein weiterer Vorteil neben einer breiteren Datenbasis ist die höhere Frequenz der Datenübermittlung – so können bspw. die mittels eingebauter Bewegungssensoren gemessenen Herzfrequenzdaten kontinuierlich und in Echtzeit übermittelt werden. Der Start ist vorgesehen für April. Aktuell stehen die ersten fünf Apps zum Download zur Verfügung: Asthma Health der Icahn School of Medicine Mount Sinai, mPower der University of Rochester und Sage Bionetworks, GlucoSuccess des Massachusetts General Hospital, Share the Journey des Dana-Farber Cancer Institute, der UCLA Fielding School of Public Health, Penn Medicine und Sage Bionetworks sowie MyHeart Counts der Stanford Medicine University und der University of Oxford. Weitere Devices wie bspw. von Qardio sind ebenfalls kompatibel.

Apples neue Programmierschnittstelle für medizinische Tests zu
Diabetes, Parkinson, Asthma, Brustkrebs und anderen Krankheiten

Wearable Technology Show 2015 in London: Health Innovationen
Nicht nur die Großen wie Microsoft, Samsung, Intel, Jawbone und Misfit waren auf dem Zwei-Tages-Event vertreten sondern auch zahlreiche Start-Ups wie der White-Label Anbieter intelligenter Funktionskleidung Ambiotex, dessen Shirts als „personal medical device“ eingeführt werden sollen. Oder Atlas, dessen Armband durch eine X-, Y- und Z-Achsen Analyse misst, welche Übung man gerade ausführt. Das Start-Up MyBrainTechnologies, das auf Basis von Neurofeedback den Stresslevel über ein ‚Stirnband‘ bestimmen und beeinflussen kann oder das indische Start-Up Ducere Technologies, das mit seinem Datenschuh für Blinde Furore machte. Weltweit gibt es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 285 Mio. Sehbehinderte, ein Großteil davon in Indien. Aseptika entwickelte die erste Smartwatch zur Überwachung englischer Patienten mit der Lungenkrankheit COPD. Der belgische BtB Anbieter Bainisha demonstrierte mit aufklebbaren Sensoren zur Messung von Rückenbewegungen seine Kompetenz im Bereich der Bewegungsmessung. Während mit einem System wie dem EmFit Monitoring System Epilepsie Patienten zu Hause überwacht werden können.

Ein anderes Beispiel ist Biovotion, ein in Zürich ansässiges Unternehmen für medizinische Geräte, das zusammen mit Netcetera ein Software Ökosystem zur Überwachung von Vitalparametern entwickelte.

‚Bodymanagement‘ durch Monitoring von Vitaldaten im Alltag
Nicht nur zur Selbstoptimierung, sondern bspw. auch eine Erleichterung für die häusliche Pflege

Fazit: Noch ist der große Boom ausgeblieben. Oftmals als ‚Industrie für Brillengläser und Smartwatches‘ belächelt, zeigen jedoch der Einstieg von Apple und die immense Zunahme innovativer Consumer Produkte auf Messen wie der Wearable Technology in London, dass Wearables weit mehr sind als der EMail Check on-the-go auf der Armbanduhr. Innovative Anwendungen haben einen deutlichen Mehrwert gerade für die Prophylaxe oder die Therapie und Überwachung von Krankheiten für Patienten und Ärzte. Wearables könnten damit zu einem echten Game Changer im lukrativen Gesundheitsmarkt werden. In einer Gesellschaft, die zunehmend älter und von chronischen Krankheiten geplagt wird. Das Marktpotential dieses Segments wird denn in den nächsten Jahren auch auf zweistellige Wachstumsraten geschätzt.

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