Enabling Technologies für die digitale Transformation: Cloud Dienste

Enabling Technologies für die digitale Transformation: Cloud Dienste
11.10.2016 Dr. Nikola Bachfischer
Top 4 Clouddienste

Einer aktuellen Gartner Prognose zufolge werden bereits 2020 unternehmerische Strategien völlig ohne Cloud Komponenten so selten sein wie heutzutage „No-Internet“ Strategien. Ausserdem sollen bis zum Jahr 2019 die 100 weltgrößten Softwarehersteller 30% ihrer Neuinvestitionen in „Cloud-only“- statt in „Cloud-first“-Entwicklungen stecken. Damit deutet sich ein Paradigmenwechsel an: Weg von On-Premises hin zu Cloud Lösungen. Die Bedeutung von Cloud-Systemen steigt zunehmend, ein Paradigmenwechsel deutet sich an. Denn: Cloud Computing ist eine der zentralen Basistechnologien für die digitale Transformation.

Mehrheit der Unternehmen nutzt Cloud Dienste

Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom stützt die Gartner Prognosen. Den Unternehmen, die in den nächsten Jahren keine Cloud-Lösungen in ihre Unternehmensprozesse integrieren, werden Schwierigkeiten hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit prognostiziert. Und zum ersten Mal hat im vergangenen Jahr eine Mehrheit der Unternehmen in Deutschland auch Cloud Computing eingesetzt, wie eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG unter 457 Unternehmen ergab. Demnach nutzten 54% der Unternehmen im Jahr 2015 Cloud Computing. In 2014 waren es erst 44%. Weitere 18% der Befragten planten oder diskutierten im vergangenen Jahr den Einsatz. Bei den größeren Unternehmen ab 500 Mitarbeitern waren es 2015 bereits 70%.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt Cloud Computing
Quelle: Bitkom

Cloud Computing bezeichnet dabei aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie Speicherplatz, Rechenkapazitäten oder Software über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet (Private Cloud Computing) oder das öffentliche Internet (Public Cloud Computing) sein. Allerdings wird es immer Systeme geben, die nicht in die Cloud abgegeben werden. Daher geht man davon aus, dass die Hybrid Cloud die häufigste Variante sein wird. Deren Nutzung wurde allerdings nicht abgefragt.

Unangefochtener Marktführer: Amazon Web Service

Aktuellen Zahlen der Marktforscher von Synergy Research zufolge ist Amazon Web Services (AWS) mit einen Marktanteil von 31% der unangefochtene Marktführer. Dahinter liegt Microsoft mit einem Anteil von 11%, gefolgt von IBM mit acht und Google mit fünf Prozent. Die dahinter platzierten 20 Cloud-Provider, darunter Hewlett-Packard Enterprise (HPE), Salesforce, Oracle oder Alibaba, erreichen zusammen bei weitem nicht den Marktanteil von AWS. Damit kontrollieren die führenden vier Anbieter deutlich mehr als die Hälfte des weltweiten Markts für Cloud-Infrastruktur-Dienste und konnten ihre Umsätze im zweiten Quartal um 68% steigern. Erfolgsfaktoren laut Synergy Research sind dabei globale Präsenz, hohe Marketingausgaben sowie massive Investitionen in skalierbare Rechenzentren.

Google wächst am schnellsten im globalen Cloud-Markt, doch AWS hält seine Spitzenposition mit großem Abstand vor Microsoft.

Google wächst am schnellsten, Amazon mit über 30% Marktanteil weit vorne
Quelle: Synergy Research Group, 2016

Auch in Westeuropa werden die großen vier US amerikanischen Cloudanbieter zunehmend mächtiger. Entgegen aller Datenschutz- und Security-Bedenken, wie eine IDC-Studie belegt. Im vergangenen Jahr konnten sie ihren Marktanteil in Europa um ein Drittel steigern und kontrollierten immerhin 40% des Marktes für Infrastruktur aus der Public Cloud. Dafür tun sie auch einiges wie das Beispiel Microsoft zeigt: Der Konzern, der heute offiziell seine neue Zentrale in München eröffnet, hat die Kapazitäten seiner europäischen Cloud-Angebote im vergangenen Jahr verdoppelt und rund 3 Mrd. USD in neue Rechenzentrum  in Europa investiert. Zusätzlich soll bspw. eine Kooperation mit der Deutschen Telekom als Datentreuhänder den hohen Erwartungen an den Datenschutz hierzulande Rechnung tragen.

Fazit:

Digitale Initiativen erreichen erst mit der Cloud ihr volles Potenzial. Als technologische Basis für die Digitalisierung im Unternehmen und damit die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit werden Cloud Dienste zunehmend wichtiger. Unternehmen können es sich nicht leisten, eine der Schlüsseltechnologien dem Wettbewerb zu überlassen. So setzen bspw. immer mehr Start-Ups auf deren Flexibilität und Skalierbarkeit und auch etablierte Unternehmen verlagern ihre Anwendungen zunehmend in die Cloud. Zudem werden zukünftig „immer mehr Leading Egde IT-Features bald nur noch in der Cloud verfügbar sein“, glaubt Yefim V. Natis, Vice President und Gartner Fellow. Das zwingt auch bisher zögerliche Organisationen dazu, sich mit einer Cloud-Nutzung zu beschäftigen. Doch ob Unternehmen ihre von Gartner defensiv genannte Einstellung tatsächlich so schnell verlieren und künftig alle Prozesse in der Cloud laufen wie die Prognosen besagen, wird sich zeigen. In etlichen Fällen wird es immer ernstzunehmende Einwände gegen eine ausschließliche Cloudnutzung geben. Lange Zeit werden deshalb voraussichtlich hybride Systeme vorherrschend sein.

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