Erfolgsfaktoren für Unternehmen – Dos und Don’ts

Erfolgsfaktoren für Unternehmen – Dos und Don’ts
26.11.2017 kathrinkempf
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Kodak, Nokia oder MySpace sind Unternehmen, die dramatisch gescheitert sind. iq! hat diese Niedergänge in den letzten Monaten untersucht und mit kontinuierlich erfolgreich operierenden Kontrahenten verglichen (Fujifilm, Apple und Facebook). Nun möchten wir die Learnings dieser Analyse in einer Gegenüberstellung von positiven und negativen Erfolgsfaktoren für Unternehmen aufarbeiten. Positiv ist in diesem Zusammenhang ein „Do“, negativ ein „Don’t“. Dabei fällt auf, dass Erfolg in der Wirtschaft kein Hexenwerk ist, sondern auf einigen simplen Basisprinzipien beruht. Doch die Geschichte von Konzernen wie Kodak, Nokia, MySpace oder in jüngster Zeit Air Berlin zeigt uns, dass die Umsetzung dieser Erfolgsfaktoren für Unternehmen nicht immer einfach ist. 

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Erfolgsfaktoren für Unternehmen – Do’s

Kundenfokus: 
Wie bereits in unserem Blogartikel „Customer Centricity is king“ ausgeführt, analysieren erfolgreiche Unternehmen die Kundenbedürfnisse konsequent und versuchen, ihre Angebote auf unerfüllte Kundenwünsche zuzuschneiden. Amazon zum Beispiel richtet seine gesamte Innovationskraft auf Produkte und Services, die den Kunden noch besser bedienen. Amazon CEO Jeff Bezog meint dazu: „If you are truely obsessed about your customer, it will cover a lot of your other mistakes“. Dennoch kümmern sich viele Unternehmen noch zu detailverliebt um immer neue Features ihrer Angebote, ohne diese mit den Anforderungen ihrer Kunden abzugleichen.

Relevanz der Angebote:
Nur wer die Anforderungen der Kunden in den Mittelpunkt stellt, wird auch relevante Angebote schaffen. Unternehmen sollten immer darauf bedacht sein, auf die Relevanz aller Informationen, Dienste und Produkte zu achten. Ein Angebot ist nur gut, wenn es dem Kunden weiterhilft.

Innovationskraft:
Einer der Hauptgründe, warum Unternehmen scheitern, ist die „Berauschung“ am Status Quo. Alle analysierten Unternehmen waren Marktführer in ihren Segmenten, bevor der schnelle Verfall von Marktanteilen einsetzte. Sie maßen relevanten Innovationen zu wenig Bedeutung zu. Im Fall von Kodak war dies die digitale Fotografie, bei Nokia das Smartphone. Innovation wurde als Bedrohung der eigenen Pfründe wahrgenommen, nicht als Motor, um noch bessere Angebote für den Kunden kreieren zu können. Erfahren Sie im Blogartikel „Die innovativsten Unternehmen der Welt„, von welchen Unternehmen man auf diesem Gebiet etwas lernen kann.

Die eigenen Stärken kennen
Unternehmen wie Apple machen vor, wie man über die eigenen Kernkompetenzen neue Geschäftsfelder erschließt. Die zentrale Stärke von Apple ist es, benutzerfreundliche Designerhardware mit guter Software zu verbinden. Über diese Kompetenzen erschließt sich das Unternehmen neue Märkte wie beispielsweise den Automotive oder den Healthcare Markt.

Intelligenz der Masse 
Digitale Märkte ermöglichen es, die eigenen Geschäftsplattformen für Dritte zu öffnen. Facebook oder Google erlauben es externen Entwicklern, Applikationen für ihre Produkte zu programmieren und treiben so die Attraktivität ihrer Angebote voran. Amazon öffnete seine Handelsplattform für Dritte und erweiterte damit Portfolio und Angebotsbreite.

Die richtigen Mitarbeiter
Dieser Faktor sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist er jedoch nicht. Oft fehlen Unternehmen die richtigen Mitarbeiter, um Innovation voranzutreiben und umzusetzen. Gerade das Management schielt oftmals zu sehr auf die nächste Beförderung und agiert deshalb mit zu wenig Mut und Visionskraft.

Erfolgsfaktoren für Unternehmen – Don’ts

Zu starker Umsatzfokus
Die Monetarisierung der Geschäftsbemühungen ist sicherlich immer wichtigstes Ziel eines Unternehmens. Jedoch ist es nicht ratsam, nur die kurzfristige Umsatzoptimierung im Auge zu haben. MySpace verärgerte mit filterlosen Werbeangeboten seine Kunden. Hohe Umsätze mit dem Bestandsportfolio (wie z.B. bei Nokia) trüben oft den Blick für notwendige Investitionen in die nächste Produktgeneration.

Zu schnelles Wachstum
Eine zu rasante Expansion und Internationalisierung kann das Unternehmen kollabieren lassen. Die plötzliche Komplexität der Strukturen und eine Explosion an Kosten macht Unternehmen in solchen Fällen oft handlungsunfähig.

Fokus auf aktuelle Markenstärke
Trends kommen und gehen. Ebenso flüchtig kann die Markenstärke der mit den Trends verbundenen Brands sein. Nokia war eine der stärksten Marken der Welt und verschwand in nur wenigen Jahren in der absoluten Bedeutungslosigkeit. Nur Unternehmen, die sich kontinuierlich weiterentwickeln und aktiv in kundenorientierte und innovative Angebote investieren (wie z.B. Apple oder Google) behalten die Markengunst der Kunden über einen längeren Zeitraum hinweg.

Fokus auf Produktfeatures
Gerade im digitalen Zeitalter werden Produktattribute entwickelt, weil es „geht“ und nicht, weil der Kunde sie wirklich braucht. In einer aktuellen Studie zum Connected Car stellt iq! fest, dass die umfangreichen App-Angebote der Anbieter noch auf wenig Kundenresonanz stoßen. Oberste Prämisse bei neuen Angeboten sollte jedoch sein, einen signifikanten Kundenkreis mit einem guten Basisangebot zu akquirieren und erst anschließend die Features des Angebots auszubauen (bei Interesse an der Connected Car Studie treten Sie gerne mit uns in Kontakt)

Fokus auf Hardware
In unserer digitalisierten Welt wird die Hardware-Kompetenz zunehmend zur Commodity. Differenzierende Faktoren sind Software und Apps. Lesen Sie hierzu unseren Blogartikel: „5 Thesen zum Stand der Digitalisierung„.

Unfokussierte F&E Ausgaben
Ein hohes Researchbudget an sich ist noch kein Erfolgsfaktor. Erst die kundenorientierte Umsetzung der Forschungsergebnisse wird zu umsatzstarken neuen Produkten. Nokia beispielsweise hatte ein deutlich höheres R&D Budget als Apple, zog daraus jedoch nicht die richtigen Konsequenzen für die strategische Ausrichtung

Fazit – Erfolgsfaktoren für Unternehmen

An der Umsetzung dieser scheinbar trivialen Erfolgsfaktoren für Unternehmen sind schon viele große Namen gescheitert. Innovationen werden unterschätzt, die Kundenanforderungen zu wenig betrachtet, der Status Quo überbewertet. Diejenigen Unternehmen, die schon an den übernächsten Schritt denken und so nah wie möglich am Kunden agieren, werden langfristig erfolgreich sein. Auch jedes scheinbar noch so starke und unangreifbare Geschäftsmodell kann von neuen Wettbewerbern, die Innovationen besser umsetzen und damit den Kunden optimal bedienen, obsolet gemacht werden.

 

 

 

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