Googles Virtual Reality Ökosystem

Googles Virtual Reality Ökosystem
12.10.2015 Dr. Nikola Bachfischer

Virtual Reality is here to stay. Warum wir da so sicher sind? Erstens tätigen nicht nur Internetunternehmen wie Google, Facebook oder Apple milliardenschwere Investments in Virtual Reality Firmen, auch etablierte Unternehmen hier in Deutschland wie Pro7Sat1 investieren in den Wachstumsmarkt. Zweitens entstehen bereits die ersten Virtual Reality Ökosysteme. Bestes Beispiel: Google.

Bislang ohne großen Medienhype ist Google dabei, einen neuen Markt zu schaffen. Mit allem, was dazugehört – angefangen mit einem kostengünstigen VR Headset bis hin zu YouTube 360. Der Nutzer kann VR Inhalte nicht nur ansehen sondern auch selbst erstellen und mit anderen teilen. Über ein Lizenzierungsprogrammm werden Hardware Hersteller und Content Anbieter in das System miteingebunden. Die Komponenten im einzelnen:

1. Google Cardboard: Virtual Reality Brille
Bereits Ende 2014 hat Google seine kostengünstige und verblüffend simple Virtual-Reality-Pappbrille und damit verbunden ein eigenes App-Ökosystem auf die Beine gestellt. Erklärtes Ziel: Möglichst vielen Nutzern auf möglichst preiswerte Weise ein VR-Erlebnis verschaffen. Inzwischen gibt es nicht nur eine Vielzahl von VR-Anwendungen, sondern auch unzählige Cardboard-Derivate.

Google CardboardDas mobile Google Cardboard:
Günstiger Einstieg in die virtuelle Realität

2. Google Play Store Cardboard Apps: Virtual Reality Apps nutzen
Das Angebot an cardboard-kompatiblen Virtual Reality Apps wächst beständig – im Play Store mit dem Suchbegriff ‚Cardboard‘ zu finden. Gleichzeitig dient die gleichnamige Android-App als zentraler Hub für alle installierten Cardboard-fähigen Apps und somit als erste Anlaufstelle für virtuelle Realität auf dem Smartphone.

Google Play Store CardboardCardboard Apps – Weit mehr als nur Gaming

3. Google Jump: Virtual Reality Inhalte erstellen
Jump beinhaltet ein 360° Kamerasystem, eine Software, mit der Nutzer eigene VR Filme aufnehmen können. Der Kameraträger besteht aus 16 Kameramodulen in kreisförmiger Anordnung. Der Jump Assembler, eine Filmbearbeitungssoftware, konvertiert dann 16 einzelne Videos in ein einziges stereoskopisches VR-Video. Schließlich gibt es noch einen Player, bei Google ist das YouTube. In Kürze soll Jump dort verfügbar sein, um die VR Videos abzuspielen.

Odyssey

Mit der Jump Vorrichtung VR Filme erstellen
Screenshot: GoPro Odysee, 16 synchronisierte HERO4 Black Kameras in einem Rig

4. Google neue Street View App: Virtual Reality ansehen
Seit Ende 2012 gibt es Photosphere, Googles in Android integrierte Panorama Fotofunktion. Mit Photosphere lassen sich Kugelpanoramen aufnehmen, betrachten und veröffentlichen. Die Street View Version 2.0 bietet nun einen neuen VR Modus für das Cardboard. Nutzer können einige der Street-View-Landschaften im 360-Grad-Rundumblick betrachten. Zudem ermöglicht sie das Erstellen eigener 360-Grad-Aufnahmen, die direkt auf Google Maps hochgeladen und geteilt werden können.

„Find a great hiking trail, check out restaurants and hotel interiors, and snap and share your own photo spheres“
Die neue Google Street View App für Android (links) und iOS (rechts)

Quelle: Google Maps Blog

5. Google YouTube 360: Virtual Reality Inhalte ansehen und teilen
Seit März 2015 bietet YouTube Nutzern die Möglichkeit, 360° Videos anzusehen bzw. auch selbst hochzuladen. Im Browser wählt man das Sichtfeld per Mausbewegung, in der App reicht es, sich mit dem Smartphone oder Tablet zu drehen. 360° Videos sind technisch nicht revolutionär, bieten aber eine interessante Möglichket, an Events teilzunehmen oder Orte zu erkunden, ohne vor Ort zu sein.

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6. Works with Google Cardboard: Open Source Lizenzierungsprogramm
Die Spezifikationen der Google Cardboard sind Open Source, d.h. jeder Anbieter kann eigene VR-Brillen auf Cardboard-Basis sowie dafür passende Inhalte wie Apps oder Spiele entwickeln. Mittlerweile gibt es ein eigenes Lizenzierungsprogramm ‚Works with Cardboard‘. Hersteller und Contentproduzenten können sich quasi einen offiziellen Google Stempel holen, der gewährleistet, dass ihre Modelle und Inhalte mit Cardboard kompatibel sind. Dazu müssen sie einige Richtlinien einhalten, Nutzer können dann einen QR Code scannen, um automatisch die richtigen Einstellungen zu erhalten.

Fazit: Während bspw. Facebook mit Oculus zwar im medialen Mainstream aber noch nicht bei den Nutzern angekommen ist, gelingt es Google mit weit weniger Schlagzeilen sein Virtual Reality Ökosystem für die Nutzer aufzubauen. Ein Distributionssystem mit allen wichtigen Komponenten, das schon jetzt aufgrund seiner Größe, Reichweite und Integration verschiedener Player beeindruckend ist. Und dem es aufgrund seiner Einfachheit gelingen kann, den Mainstream auch jenseits des Gaming Bereichs für die virtuelle Realität zu begeistern. Getreu ihrer Mission einer „Immersive Experience for Everyone“ scheint Google in einer sehr aussichtsreichen Startposition, VR für die breite Masse Wirklichkeit werden zu lassen.

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