IFH-Studie „Shift happens“ – Wie die Digitale Transformation die Anforderungen an das Personal verändert

IFH-Studie „Shift happens“ – Wie die Digitale Transformation die Anforderungen an das Personal verändert
31.10.2016 Dr. Nikola Bachfischer
ifh_schwerpunktstudie_2016

Die Digitale Transformation wirbelt die deutsche Handelslandschaft auf. Zwar ist die Bedeutung der Digitalisierung in den Chefetagen der großen deutschen Unternehmen verstanden worden, jedoch müssen viele Konzerne bei Implementierung und Ausgestaltung noch einige Blockaden überwinden. Gravierende Veränderungen kommen  dabei insbesondere auf die Mitarbeiter zu: Berufsprofile verändern sich, die Art des Zusammenarbeitens wandelt sich und die Anforderungen an das Personal im Handel werden neu gewichtet. Im Fokus der aktuellen IFH-Schwerpunkstudie 2016 steht daher der Erfolgsfaktor Personal in der digitalisierten Handelswelt. Aktuell setzen deutsche Handelsunternehmen insbesondere auf den internen Ausbau des digitalen Know-hows. Im gegenwärtigen Umfeld, in dem Schnelligkeit zählt, ist das allerdings nicht ausreichend, da zu langsam.

Interne Maßnahmen im Fokus

Auf welche Mitarbeiterkompetenzen kommt es im Zuge der Digitalen Transformation wirklich an? Und wie ist es um den aktuellen Kompetenzfit der Mitarbeiter bestellt? Um diese Fragen zu beantworten, wurden knapp 150 Führungskräfte aus führenden Handelsunternehmen zu ihren konkreten Erwartungen und Erfahrungen bezüglich der Digitalen Transformation befragt. Die überwiegende Mehrheit der befragten Entscheider stuft das digitale Know-how im eigenen Unternehmen als stark ausbaufähig ein: Nicht einmal jeder Dritte würde das intern angesiedelte Wissen bezüglich digitaler Technologien und Prozesse als hoch oder sehr hoch bezeichnen. Um das zu ändern, stehen mehrheitlich interne Maßnahmen im Fokus: Aktuell identifizieren vier von zehn Befragten digitale Talente unter bestehenden Mitarbeitern, um sicherzustellen, dass das benötigte Know-how in ihrer Abteilung vorhanden ist. Jeder dritte setzt auf den Austausch mit anderen Abteilungen innerhalb des Unternehmens. Nur jeder dritte rekrutiert digitale Experten, um den Know-How Ausbau vorwärtszutreiben und nur jeder vierte kooperiert mit externen Dienstleistern oder Start-Ups.

Dazu Prof. Dr. Werner Reinartz, Direktor der IFH-Förderung: „Personal weiterzubilden ist zwar nachhaltig, aber auch vergleichsweise langsam. Im gegenwärtigen Umfeld, wo Schnelligkeit zählt, sollten Unternehmen besser auf einen Mittelweg setzen: Sowohl internen Austausch und Weiterbildung forcieren, aber auch digitales Know-how von extern hinzuziehen, durch neue Mitarbeiter oder die Zusammenarbeit mit Dienstleistern“.

Lernbereitschaft als wichtigste Mitarbeiterkompetenz

Digitales Know-How ist allerdings für die Mehrzahl der Befragten nicht das wichtigste Kriterium: Tatsächlich sehen Entscheider unter den zwingend notwendigen Top 5-Kompetenzen vor allem solche, die sich unter dem Schlagwort „Bereitschaft zum Wandel“ oder auch „Persönlichkeit“ zusammenfassen lassen: 89% der Befragten erachten demnach eine grundsätzliche Lernbereitschaft unter den Mitarbeitern als zwingend notwendig und 86% wünschen sich den sogenannten Blick über den Tellerrand sowie das damit einhergehende Hinterfragen von Gegebenem. Gerade jedoch bei den drei Top Kompetenzen Lernbereitschaft, Veränderungswille und Gegebenes hinterfragen, gibt es noch größere Lücken zwischen Status-quo und Anforderung zu schliessen.

Digitale Transformation: Kompetenzanforderungen vs. Status quo

Lücken müssen geschlossen werden
Quelle: IFH, Köln 2016

Fazit

Interessant sind die Ergebnisse der IFH Studie v.a. vor dem Hintergrund, dass der Mehrheit der Unternehmen sehr wohl bewußt ist, vor welche Herausforderungen die digitale Transformation sie stellt. Dennoch sind die Maßnahmen, die sie ergreifen, oft noch vollkommen unzureichend. Viele vergessen, dass Technologie ein Enabler ist, entscheidender sind die Mitarbeiter und deren Qualifikation. Wenn diese nicht darauf vorbereitet sind, die Veränderungen umzusetzen, wird die digitale Transformation scheitern. Aufrütteln sollte auch die Erkenntnis, dass v.a. Unternehmen mit einem niedrigen digitalen Reifegrad eher auf den langsamen Weg der internen Maßnahmen setzen. Somit geht die Schere zwischen den Vorreitern und den Nachzüglern immer weiter auf. Rein interne Maßnahmen als Antwort sind aber zu kurz gegriffen sind, sie sind zu langsam, um Schritt zu halten. Externes Know-How sollte dringend hinzugezogen werden.

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