Industrie und Softwareunternehmen kooperieren für das Internet der Dinge

Industrie und Softwareunternehmen kooperieren für das Internet der Dinge
05.10.2016 Dr. Nikola Bachfischer
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Industriekonzerne und Softwareunternehmen. Immer mehr industrielle Unternehmen suchen die Nähe zu IT-Konzernen. Ihr Ziel: Sie wollen das Potenzial, das aus der Verknüpfung und Auswertung von Daten entsteht, in Industrie und Fertigung ausschöpfen. Ihnen ist klar: Nur wenn sie zusammenarbeiten, gelingt die digitale Transformation in die Industrie 4.0. Insoweit war diese Woche zukunftsweisend. Sowohl ABB und Microsoft als auch Schaeffler und IBM kündigten strategische Partnerschaften an.

Strategische Partnerschaft ABB und Microsoft

Im Zuge der Ankündigung zur Neuausrichtung des Konzerns anlässlich des jährlichen Capital Markets Day verkündete der Industriekonzern ABB die Kooperation mit verschiedenen Partnern aus den Bereichen Digitalisierung und Stromnetzdienstleistungen. Zur Stärkung der Stromnetzsparte setzt ABB auf eine Partnerschaft mit Fluor und Aibel, im Bereich Digitalisierung schmiedet er eine Allianz mit Microsoft zur digitalen Transformation von Industrieunternehmen. Konkret wollen beide Partner die digitale Transformation in Kundensegmenten wie der Robotik, Schifffahrt, Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien vorantreiben. Bringt man bspw. einen von ABB entwickelten smarten Sensor auf einem Elektromotor an, übermittelt dieser Angaben über Zustand, Leistung und Energieverbrauch. Anhand dieser Daten kann ein Experte ortsunabhängig feststellen, ob ein Ausfall droht und gegebenenfalls Reparaturmassnahmen einleiten. Dabei fallen eine Unmenge Daten an, die zukünftig über Microsofts Cloudlösung übertragen werden. Laut Ankündigung ermöglicht die Microsoft Cloud-Plattform ‚Azure‘ ABB-Kunden damit den Zugang zu einer der großen bestehenden Cloud-Infrastrukturen auf dem Markt. Ziel der gemeinsamen Bestrebungen ist die Entwicklung eines offenen, digitalen Industrie-Ökosystems.

ABB und Microsoft: Verknüpfung der Azure-Cloud-Kapazitäten von Microsoft mit ABBs Industrielösungen

Strategische Partnerschaft Schaeffler und Microsoft

Auch der Zulieferer Schaeffler treibt die Digitalisierung voran. Mit dem strategischen Partner IBM und einem ersten gemeinsamen Projekt, dem Aufbau einer digitalen Plattform, legt Schaeffler das Fundament für die Verarbeitung großer Datenmengen zur datenbasierten Wertschöpfung. Bereits ab Oktober 2016 soll eine Schaeffler-Cloud für erste Anwendungen bereitstehen. Ziel ist ebenfalls ein offenes, digitales Ökosystem, das Schaeffler und seinen Kunden offenstehen soll. Ziel ist es, virtuelle Modelle zu bauen, die industrielle Systeme als digitalen Zwilling abbilden, um neue Ansätze für Produktdesign, Herstellung und After-Sales-Services zu ermöglichen. Mithilfe der Anbindung und Analysefähigkeiten der Watson IoT-Plattform will Schaeffler große Mengen an Daten aus Millionen von Sensoren und Geräten analysieren. Dabei sollen Maschinen und Transportmittel, aber auch die einzelnen Werke untereinander sowie die gesamte Lieferkette verknüpft werden.

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Schaeffler will führender ‚Hersteller kognitiver Lösungen‘ werden
Quelle: Schaeffler

Fazit:

Die beiden Kooperationen zeigen eines: Digitalisierung ist keine Zukunftsmusik, sondern bereits heute wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung. Sie sind wegweisende Initiativen, damit die digitale Transformation gelingen kann. Während nämlich die großen IT- und Softwareunternehmen wie IBM und Microsoft in den vergangenen Jahren Milliarden in die Entwicklung digitaler Infrastrukturen steckten, waren viele Industrieunternehmen aus Angst vor Verlust der Datenhoheit eher zögerlich, was Partnerschaften mit Software Unternehmen betrifft. Das ändert sich gerade.

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