Microsofts Vision der Zukunft: Die neue Datenbrille HoloLense

Microsofts Vision der Zukunft: Die neue Datenbrille HoloLense
05.02.2015 Rainer Wiedmann

Gerade hat Google den Verkauf von Google Glass eingestellt, da stellt Microsoft auf einer Pressekonferenz zum neuen Betriebssystem Windows 10 erstmals ein Gerät vor, das die Branche restlos begeistert. Die Lobeshymnen für die neue Datenbrille HoloLens überschlagen sich: ‚VR-Sensation bei Microsoft‘, ‚Microsoft zeigt die Zukunft‘ oder ‚Game Changer‘. Medien wie Wired, Ars Technica und TheVerge durften bereits testen. Und schon werden Parallen zum Start des iPhone in 2007 gezogen. Was steckt dahinter?

HoloLens Microsoft 2Screenshot by Microsoft

Microsoft geht mit der Augmented Reality Datenbrille neue Wege
HoloLens
, die neue Datenbrille des Redmonder Konzerns, agiert unabhängig von einem Computer und projiziert dem Benutzer virtuelle 3D-Gegenstände in die reale Umgebung, die nur von diesem gesehen werden können. Die Gegenstände lassen sich dann mit Sprache und Gesten steuern. Den größten und schnellsten Erfolg dürfte Microsoft laut Forrester zunächst im Spiele- und Entertainment-Bereich haben. Denn wie am Beispiel ‚Minecraft‘ gezeigt wurde, ist die Hardware vollständig mit Spielen kompatibel. Erste XBox-Games, die das Feature nutzen, sind demnach wohl nur eine Frage der Zeit. Ein anderes Beispiel: Während Skype als transparentes Fenster vor dem Nutzer steht, geht dieser durchs Wohnzimmer und skypt mit einem Freund. Diese Funktion kann bspw. für Hilfe bei Reparaturarbeiten genutzt werden – so kann der Skype Gesprächspartner sehen, was der HoloLens Träger sieht, ihm Pfeile und Diagramme direkt in sein Blickfeld zeichnen und ihm damit Hilfestellung geben. Das (sehenswerte) Promovideo von Microsoft zeigt etliche weitere Einsatzmöglichkeiten:

Mehr als 12 Mio. Views in einer Woche für Microsofts Vision der Zukunft

Technik allmählich reif für den Massenmarkt?
Die Technik hinter der transparenten Brille funktioniert laut Microsoft über einen Prozessor, einen Grafikchip sowie eine sog. Holographic Processing Unit (HPU), die gezielt die AR-Inhalte beschleunigen soll. Im Kopfband integriert sind Lautsprecher, eine Kamera und mehrere Sensoren erkennen den Blickwinkel, die Bewegungen und die Stimme der Träger. Die Hologramme werden nicht per Laser projiziert, sondern mit Millionen einzelner Lichtpartikel in den beiden Linsen der Brille. Zukünftig wird jedes Windows 10-Gerät die Holographic API integriert haben. Aktuell gibt es aber weder ein Veröffentlichungsdatum noch einen Preis. Allerdings sind Entwickler und Start-Ups aufgerufen, über Anwendungsszenarien weit über Spiele hinaus nachzudenken. 

Interessant ist, dass derzeit etliche der großen IT Unternehmen viel Geld in die Hand nehmen, um die Entwicklung im Markt virtueller Realitäten vorwärtszutreiben. Zwar gab Google ohne Vorwarnung sein heißdiskutiertes Brillen-Projekt Google Glass auf, arbeitet mit dem Kauf von Magic Leap im Herbst 2014 aber weiter intensiv an der Verschmelzung von virtueller und realer Welt. Facebook und Sony zielen mit Oculus Rift bzw. Project Morpheus v.a. auf den Gaming Markt, Samsung präsentierte mit Kooperationspartner Qantas bereits ein Pilotprojekt im Bereich Inflight Entertainment.

Was hat HoloLens was Google Glass fehlte?
Dabei geht die HoloLens einen ganz anderen Weg als Google. Während Google Glass die Funktionen eines Smartphones auf die Brille zu übertragen versuchte, ist die Vielzahl möglicher neuer Anwendungsszenarien bei HoloLens riesig. Auch das Marktpotenzial sieht James McQuivey, Forrester VP, laut HBR gegeben: Derzeit gäbe es 7,2 Mio. Amerikaner, die als Early Adopter in Frage kämen. Sie sind technikaffin, haben eine XBox und Kinder sowie ein Haushaltseinkommen von mehr als $100.000. Sollte Microsoft nur die Hälfte begeistern können, wären das immerhin 3,6 Mio. Nutzer oder 45% der Kinect Käufer.

Fazit: Die Technik begeistert die Branche. Und das v.a. deshalb, weil Microsoft eine neue Technik zeigt, die die Mensch-Maschine-Interaktion verändern kann. Hier übernimmt die Brille keineswegs nur Funktionen, die ein Smartphone schneller und einfacher erledigen kann wie es Google Glass versuchte. Microsofts Datenbrille hat enormes Potenzial, viele Dinge neu, nützlicher und unterhaltsamer zu machen. Zwar ist dieses sicher nicht kurzfristig realisierbar. Doch Unternehmen sollten bereits jetzt intensiv darüber nachdenken, wie eine innovationsfreundliche, customer-first Strategie für ihre Kunden aussehen könnte.

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