Mobile Messaging und der WhatsApp Effekt

Mobile Messaging und der WhatsApp Effekt
31.03.2015 Dr. Nikola Bachfischer

Im Februar 2014 zahlte das soziale Netzwerk Facebook einen atemberaubend hohen Betrag von 19 Mrd USD für den Messagingdienst WhatsApp. Ein Exit, den sich Investoren im Silicon Valley und anderswo nicht besser erträumen könnten. Dieser Deal resultierte nach Analysen von CB Insights in einer Steigerung der Investments in Mobile Messaging Companies von über 400% in 2014. Mehr über den WhatsApp Effekt und die immensen Reichweiten der Mobile Messaging Apps.

WhatsApp Nachrichten haben die SMS schon lange überholt
Taucht man jenseits aller Studien tiefer in die Kommunikation Jugendlicher und ihrer Peergroups ein, wird klar: Ihre digitale Lebenswelt dreht sich um ein mobiles Device und das ist das Smartphone. Doch auch die Älteren verzichten zunehmend weniger auf die Schnelligkeit mobiler Nachrichten. Weltweit hat WhatsApp mittlerweile über 700 Mio. aktive Nutzer. Damit ist die Nutzerzahl innerhalb von nur rund fünf Monaten um weitere 100 Mio. gewachsen.

Facebook Dominanz - WhatsApp Nutzerzahlen liegen Anfang 2015 bei 700 Mio. Nutzern

Quelle: Statista, 2015

Eigenen Angaben zufolge werden mittlerweile jeden Tag mehr als 30 Mrd. WhatsApp-Nachrichten verschickt. Eine immense Reichweitensteigerung, die die Anzahl der SMS alt aussehen lässt. Eine Abschwächung ist kaum zu erwarten, ist es doch ab sofort möglich, direkt aus Whatsapp heraus IP-Telefonate mit anderen Nutzern des Messengers zu führen. Im Unterschied zu normalen Anrufen wird dafür eine Internetverbindung genutzt. So lange das Smartphone also mit einem (freien) WLAN verbunden ist, kann man stundenlang kostenlos telefonieren. Doch nicht nur WhatsApp, auch andere Messaging Apps wachsen. Marktführer im asiatischen Raum ist WeChat mit knapp 500 Mio. Nutzern. Zusammen haben die 10 größten eine Nutzerbasis von über 3 Mrd. Accounts. Eine Reichweite, die keine Brand mehr vernachlässigen kann. Der Economist hat die Nutzerzahlen der wichtigsten Mobile Messaging Apps gegenübergestellt:

Quelle: The Economist, What’s up?

Die Dominanz, die Facebook im Bereich mobiler Kommunikation damit hat, zeigt eine weitere Grafik, die das Unternehmen kürzlich vorstellte: Facebook hat sich mit Instagram und WhatsApp extrem verstärkt und auch für die Zukunft sind mit Oculus Rift bereits entscheidende Schritte initiiert worden.

Quelle: Facebook, 2015

Der WhatsApp Effekt resultierte in hohen Investments in Messaging Apps
Nach der $19 Mrd. WhatsApp Übernahme, stieg die Zahl der Investments in Messaging Start-Ups kontinuierlich weiter an – laut Angaben von CB Insights auf 1,4 Mrd. USD in 2014. Dabei beschränken sich die Apps schon lange nicht mehr auf reine Nachrichten, sondern bieten die unterschiedlichsten Funktionen vom anonymen Chatten über Live Video Texting bis hin zur individuellen Student-Lehrer Kommunikation.

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 Quelle: CB Insights, 2015

Fazit: Mobile Messaging verändert nicht nur das Kommunikations- und Medienverhalten der Konsumenten sondern auch Marketing und Vertrieb in einem bisher unerreichten Ausmaß. Und die Bedeutung der Messaging Apps steigt – gerade auch für brandinggesteuerte Kampagnen. Keine Brand kann es sich mehr leisten, die damit verbundenen Reichweiten und den Branding Impact zu ignorieren. Wenig hilfreich ist es allerdings, in kurzfristigen Aktionismus auszubrechen nach dem Motto ‘Dabei sein ist alles’. Vielmehr geht es darum, den Markt aufmerksam zu beobachten und sich auf zukunftsfähige, individuell abgestimmte Strategien zu verständigen.

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