IoT Startups, die man kennen sollte: „SIGFOX“

IoT Startups, die man kennen sollte: „SIGFOX“
13.02.2017 Kathrin Kempf
Sigfox Logo

Anders als tado, Nest, Tesla oder fitbit ist Sigfox ein eher unbekannter Markenname im Internet of Things Markt. Hinter Sigfox verbirgt sich auch keine spannende Consumer Applikation. Mindestens genauso aufregend wie technisierte Produkte ist allerdings die Frage, welche Technologien, Netzwerke und Unternehmen sich bei den Backend-Lösungen und Infrastrukturen der IoT Ökosysteme durchsetzen werden.

Sigfox wurde im Oktober letzten Jahres in einer auf Basis von Crunchbase Daten durchgeführten Analyse zum bestfinanzierten IoT Start-up gekürt. Seit dem Gründungsjahr 2010 hat das Unternehmen demnach knapp 150 Mio. USD an Investitionen eingesammelt.

Einführung in die Sigfox Technologie
Quelle: Sigfox über YouTube

Sigfox rollt ein internationales IoT-Netz aus

Sigfox ist einer der führenden Anbieter von Konnektivität für das Internet der Dinge. Das Unternehmen offeriert eigene Funknetze auf Basis des LPWAN („low-power wireless wide area network“) -Standards. Im Jahr 2010 in der Nähe von Toulouse gegründet, ist Sigfox nach eigenen Angaben momentan in 29 Märkten aktiv. In einigen Ländern (wie z.B. in Deutschland) ist Sigfox als eigenständiger Netzbetreiber tätig. In anderen Märkten werden die Produkte und Dienstleistungen über Partner vertrieben.

sigfox technology

Überblick Sigfox Technologie
Quelle: Sigfox

LPWAN: Niedrige Bandbreite und hohe Reichweite

Der LPWAN Standard eignet sich besonders gut für die IoT Kommunikation zwischen Geräten. Gegenüber der Mobilfunknetze 3G oder LTE weist er entscheidende Vorteile auf. Es können zwar nur kleinste Datenmengen übertragen werden (Schmalband), dafür sind jedoch Stromverbrauch und Kosten deutlich niedriger. Dies wiederum erhöht die Batterielaufzeiten um mehrere Jahre und die Kosten pro „connected device“ werden auf USD 1-3 pro Jahr und Gerät gesenkt. IoT Sensoren übermitteln meist nur geringe Mengen an Daten, so dass eine höhere Bandbreite nicht nötig ist. Auf diese Weise kann das intelligente Thermostat die aktuellen Temperaturwerte gut über das Sigfox Netz übermitteln. Genauso wie Maschinen Füllstände, die Anzahl Arbeitsgänge oder Daten wie Temperatur und Druck übertragen könnten.

Ein weiterer Vorteil von LPWAN sind die relativ hohen Reichweiten, die überbrückt werden können: in der Stadt sind es 3-10km, auf dem Land 30-50km, die zwischen zwei Übertragungspunkten liegen können.

Während Standards wie ZigBee oder WiFi (802.11) vor allem auf Märkte wie Home Automation abzielen, richtet sich das Angebot von Sigfox insbesondere an Märkte wie z.B. Smart Farming, Smart Factory oder eHealth.

Übertragungsstandards

Übersicht IoT-relevante Netzwerke
Quelle: LinkLabs

Marktperspektiven für Sigfox

Der IoT Markt, insbesondere im M2M-Bereich, benötigt günstige Netzwerkalternativen, um die Anzahl der IoT Applikationen kontinuierlich ausbauen zu können. Eine Marktstudie aus dem Jahr 2016 beziffert das Marktpotenzial auf 24,5 Mrd. USD für das Jahr 2021. Sigfox rechnet für das Jahr 2020 mit einem Umsatzvolumen von 100 Mio. USD allein in Frankreich.

An dieses oder ein noch höheres Potenzial scheinen auch die großen Marktteilnehmer zu glauben, denn die Investorenliste von Sigfox ist exquisit. Neben den Telekomriesen NTT Docomo, Telefonica und SK Telecom haben sich weitere Großunternehmen an den letzten Finanzierungsrunden beteiligt, z.B. Intel, Salesforce oder Air Liquide.

Jedoch schläft auch der Wettbewerb nicht und einige weitere relativ erfolgreiche LPWAN Anbieter tummeln sich bereits in diesem Segment, wie z.B. die Allianz LoRa, die eine eigene LPWAN Technologie vermarktet. Oder Ingenu , ein anderes LPWAN Start-up aus den USA. Neben den neuen LPWAN Betreibern werden auch die großen Telekomgiganten daran arbeiten, günstigere Verbindungsmodelle für das Internet of Things in ihr Angebot aufzunehmen.

Fazit

Je größer die Anzahl vernetzter Geräte und Maschinen wird, desto dringlicher wird die Frage nach der Verfügbarkeit von günstigen Netzwerkkapazitäten. 3G oder LTE eignen sich nur bedingt für den Einsatz im IoT, da sie zu kostspielig sind und die hohen verfügbaren Bandbreiten nicht benötigt werden. Bluetooth, Zigbee oder Wifi sind Schmalband-Alternativen, die jedoch eher in Konsumentenmärkten wie z.B. im Smart Home Bedeutung haben. Für den industriellen Bereich und andere Business-Segmente werden Angebote wie das von Sigfox zunehmend relevant. Die LPWAN Netzwerke eignen sich hervorragend für die Übermittlung kleiner Datenpakete und die Verbindung einer Vielzahl von Sensoren. Die große Anzahl namhafter Investoren spricht dafür, dass viele Industrie-Experten großes Potenzial in Sigfox sehen. Es bleibt spannend, welche Anbieter sich bei IoT Netzwerk und Infrastruktur durchsetzen und wie sich Marktanteile entwickeln werden.

 

 

 

 

 

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